Ich sitze im Zug. Bäume ziehen an mir vorbei. Straßen, Wiesen und Felder. Wir lassen sie passieren. Unaufhaltsam folgt der Zug seinem vorgeschriebenem Weg. Er wird ihn nicht verlassen. Er kann nicht anders. Er ist machtlos. Viele Dinge sind wie dieser Zug.
Es gibt kein zurück. Man folgt dem Weg, der sich einem offenbart. Lässt Dinge zurück und zieht weiter. Zu selten gibt es Möglichkeiten, seine Richtung zu ändern. Um umzukehren. Zu selten hat man die Kraft. Den Mut. Die Ausdauer. Man folgt blind den Gleisen, die jemand anderes ausgelegt hat. Ist das wirklich der richtige Weg?
Ich bin dafür, öfter auszusteigen.
Öfter der eigenen Orientierung folgen.
Sich was trauen.
Frei sein.
Sein.
In meiner Recherche zur optimalen Schlafdauer habe ich folgende Daten gefunden. Diese decken sich tatsächlich mit meinen Ergebnissen. Ich bin am fittesten wenn ich 8 Stunden durchschlafen kann. Wenn es weniger sind, brauche ich ein Nickerchen zwischendurch, wenn ich nicht total absacken möchte.
| Core Sleep (hrs) |
# 20 min Naps |
Total Sleep (hrs) |
Net Benefit (vs 8 hrs) |
Nap Sched. Flexibility |
Nickname |
| 8 |
0 |
8 |
0 |
n/a |
Monophasic |
| 6 |
1 |
6.3 |
1.7 |
+/-3 hr |
Siesta |
| 4.5 |
2 |
5.2 |
2.8 |
+/-2 hr |
Everyman |
| 3 |
3 |
4 |
4 |
+/-1 hr |
Everyman |
| 1.5 |
4 or 5 |
2.8 |
5.2 |
+/-30 min |
Everyman |
| 0 |
6 |
2 |
6 |
+/-30 min |
Uberman |
(via Oh God, the chicken)
Für mich kommen allerdings nur die oberen beiden Zeilen in Frage. Bei weniger als 6 Stunden Schlaf ist schon eine Grenze erreicht, bei der ich in einem Nickerchen den restlichen Tag verpennen würde.
Wie wildgewordene Tiere stürmten die Reisenden den Waggon. Der Viererplatz war ihr Ziel. Die Sieger unter ihnen markierten ihr Revier mit einer überfüllten Reisetasche. Der Platz gehörte ihnen allein. Vereinzelt versuchten schwache Alleinreisende Anschluß zu finden. Ihr “Ist hier noch frei?” war alles was sie hatten. Wurden sie abgewiesen versuchten sie es beim Nächsten. Hatten sie Erfolg mussten sie die Blicke der Platzhirsche ertragen. Viele hielten dem Druck nicht stand und stiegen bereits unzählige Stationen vor ihrem Reiseziel aus. Die Moral von der Geschicht: Den Vierer hat man… oder nicht.
Ich habe die Woche über verschiedene Zeiten ausprobiert und fass es jetzt mal schnell zusammen.
Tag 2 - 8 Stunden
Ich muss sagen im Vergleich zum 9-Stunden Tag habe ich keinen wirklichen Unterschied festgestellt. Morgens kam ich besser aus dem Bett, aber das ist wohl abhängig von der Tagesform. Im Tagesverlauf war ich jedenfalls genauso fit. Damit sind 9 Stunden Schlaf zu viel und unnötig. Das hält mich aber nicht von ab, am Wochenende lange zu schlafen.
Tag 3 – 7 Stunden
Bin ich an Tag 2 noch fit gewesen, war Tag 3 schon was ganz anderes. Ich war Morgens müde und auch tagsüber kam ich nicht in die Gänge. Ohne Kaffee und Mittagsschlaf nicht wirklich gut. Ich muss sagen, dass die Schlafzeit für mich zu wenig war. Ich werde das allerdings wiederholen, um sicher zu gehen, dass es nicht nur den einen Tag so war.
Tag 1 – 9 Stunden
Ich habe heute fast genau 9h geschlafen. Bin einmal in der Nacht wach geworden, aber das scheint in letzter Zeit sowieso der Normalfall zu sein. Da dies der erste kontrollierte Schlaftag war, kann ich noch nichts vergleichen. Ich muss sagen, dass ich direkt nach dem Aufstehen eher langsam aus dem Bett gekommen bin. Das ist nicht immer so. Allerdings ging das recht schnell weg. Tagsüber war ich nicht wirklich müde. Bleibt schon mal festzuhalten, dass es so ganz gut gelaufen ist. Mal schauen wie es beim nächsten Schlaftag aussieht, der dann mit weniger Schlaf daherkommt.