Ich laufe schnellen Schrittes den Weg entlang. Viel zu tun und keine Zeit. Vorhin schien die Sonne noch, aber jetzt hat sie sich hinter dicken Wolken versteckt. Gut so, denn ich habe gar keine Zeit in der Sonne zu liegen. Da kann sie genauso gut weg bleiben.
Ich gehe weiter.
Plötzlich sehe ich etwas vor mir im Sand. Schon wieder! Es sind kleine Regentropfen die auf den trockenen, staubigen Boden fallen. Kleine Oasen, voller Feuchtigkeit, auf der spröden Asphaltplatte, dem pulverigen Boden, den trockenen Wiesen.
Ich bleibe stehen.
Es fallen immer mehr Tropfen herab. Immer noch wenige, aber es werden stetig mehr.
Ich schaue nach oben.
Die Wolken über mir sehen bedrohlich aus, doch sie sind verantwortlich für die dringend notwendige Feuchtigkeit. Ich habe das Gefühl, als habe alles darauf gewartet. Der Regen wird gleichmäßig und unbeirrbar kräftiger. Die Tropfen größer. Auf einmal gibt es kein Halten mehr. Unzählige kleine und große Wassertröpfchen bahnen sich ihren Weg zur Erde.
Ich stehe mitten drin.
Wasser rinnt mir über das Gesicht. Meine Sachen werden nass, Wasser dringt in meine Schuhe ein. Tropfen sammeln sich auf meinem Gesicht, vereinen sich und laufen an meiner Nase entlang. Sie sammeln sich an meinen Augenbrauen und laufen an meinen Augen vorbei über meine Wangenknochen. Beide Ströme treffen sich am Kinn und fallen dort auf mein T-Shirt hinab. Es ist vollkommen durchnässt.
Ich breite die Arme aus.
Ich spüre den Regen auf meiner Haut. Auf meinen Haaren. Mit den Händen nehme ich sie wahr. Ich spüre den Regen durch meine nassen Sachen. An meinen Füßen kann ich das Wasser fühlen. Es ist überall.
Ich genieße es.
Ich könnte lange stehen bleiben. Es macht mir nichts aus.
Ich habe Zeit.
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Tick Tack! Tick Tack!
Das Uhrwerk läuft. Die Zeiger kreisen.
Steh auf. Geh raus und gib dich hin.
Dem Takt der Uhr. Dem Rad der Zeit.
Tick Tack! Tick Tack!
Getrieben wirst du von Sekunden.
Tag ein, Tag aus in diesem Strom.
Ausweglos bist du gefangen.
Tick Tack! Tick Tack!
Brich aus und lass dich gehen!
Wirf die Uhren an die Wand!
Setz dem ein Ende und sei frei!
Tick Tack… Tick Tack…
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Man handelt oft nach Gefühl ohne zu denken, abzuwägen oder 100% zu planen. Man macht etwas. Später hinterfragt man es dann. Man sucht und findet Gründe. Man rechtfertigt seine eigenen Taten, durch Dinge, die zu diesem bestimmten Zeitpunkt überhaupt nicht existent waren. Man betrügt sich. Man redet sich Dinge schön oder auch schlecht. Man untermauert sein Handeln, durch Überlegungen die völlig aus dem Nichts entstehen. Handlungen aus einer Eingebung heraus, aus einem Gefühl sind im Rückblick nicht so gewesen. Sie müssen Gründe haben. Auslöser. Detaillierte Pläne.
Was habe ich getan? Was ist passiert? Das reicht. Es ist unnötig nach dem warum zu fragen.
Wieso kann man nicht einfach das Geschehene sein lassen und sich mehr auf das Jetzt und das was noch kommt fokussieren? Es wird viel zu viel Zeit damit verschwendet, sich mit Dingen zu befassen, die man sowieso nicht mehr ändern kann. Was man ändern kann liegt direkt vor der eigenen Nase. Es kommt auf uns zu. Was nützt der Blick in den Rückspiegel, wenn man frontal auf einen Baum zufährt?
Aufhören vergangene Dinge in Pläne zu hüllen, sondern vorwärts handeln!
Eine Seite voller ungeschriebener Worte, eine Leinwand voller ungemalter Farben oder eine Partitur voller ungespielter Noten. Blank und doch gefüllt.
Ausgefüllt mit Möglichkeiten. Unsichtbar.
Wartend auf denjenigen, der sie entdeckt. Sie erschafft. Komplex. Simpel. Unbedeutend. Aussagekräftig. Schön. Hässlich. Einem der, der Angst trotzt. Dem es egal ist. Der macht. Der seine Ideen lebt. Sie verbreitet. Sie sieht. Sie liebt. Er macht den Unterschied.
Trau dich. Mach es. Gib dich nicht zufrieden und fülle die Leere.
Ich sitze im Zug. Bäume ziehen an mir vorbei. Straßen, Wiesen und Felder. Wir lassen sie passieren. Unaufhaltsam folgt der Zug seinem vorgeschriebenem Weg. Er wird ihn nicht verlassen. Er kann nicht anders. Er ist machtlos. Viele Dinge sind wie dieser Zug.
Es gibt kein zurück. Man folgt dem Weg, der sich einem offenbart. Lässt Dinge zurück und zieht weiter. Zu selten gibt es Möglichkeiten, seine Richtung zu ändern. Um umzukehren. Zu selten hat man die Kraft. Den Mut. Die Ausdauer. Man folgt blind den Gleisen, die jemand anderes ausgelegt hat. Ist das wirklich der richtige Weg?
Ich bin dafür, öfter auszusteigen.
Öfter der eigenen Orientierung folgen.
Sich was trauen.
Frei sein.
Sein.